Salsiccia finocchietto / Italienische Grillbratwurst mit Fenchel und Majoran

Was für eine Wurst! Salsiccia ist nicht einfach nur eine grobe Bratwurst auf italienisch, sondern eine raffiniert gewürzte Spezialität, die überall in Italien ein kleines bisschen anders zubereitet wird.

Und das Schönste ist: Wir können sie hier in Deutschland auch ganz leicht selber machen und damit jedes Grillfest aufwerten. Was wir dafür brauchen ist lediglich durch-wachsenes Schweinefleisch, viele Gewürze, Fenchelsamen, und ein paar Meter Bratwurstdarm vom Metzger.

Für das Fleisch haben wir beim Metzger jenes geholt, welches sie dort selber für grobe Bratwurst verwenden würden. Das haben wir klein geschnitten und gewürzt und dann mit dem Fleischwolf oder dem Foodprocessor gehackt. Aber bitte nicht zu fein, sondern lieber wie in Italien ein bisschen gröber, damit die Wurst auch noch Biss hat. Manche Experten schwören sogar auf eine komplett handgeschnittene Fülle, aber das ist uns dann doch zuviel Arbeit. Ja, und dann den Darm auf einen breiten Trichter aufgefädelt und rein mit der Füllung - ist ganz leicht und das Ergebnis sieht hinterher richtig professionell aus!

Und wer es noch interessanter mag, der kann auch noch Variationen einbauen: zum Beispiel mit Chiliflocken und ohne, für die Scharfesser in der Familie und auch für die Kleinen. 

 

Rezept "Salsiccia finocchietto / Italienische Grillbratwurst mit Fenchel und Majoran"

Zutaten:

  • 1 kg durchwachsenes Schweinefleisch ohne Schwarte und Knochen (mit etwa 1/3 Fettanteil)
  • 2 kleine oder 1 große Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1/2 Bund Majoran frisch (oder 2 gehäufte TL Majoran getrocknet)
  • 15g Salz (etwa 3 TL)
  • 1 gehäuften TL grob gemahlenen schwarzen Pfeffer
  • 1 EL Zucker
  • 1/8 TL gemahlene Nelken
  • 1 Prise gemahlener Zimt
  • 1 EL getrocknete Fenchelsamen
  • 1 EL Zitronensaft
  • 100 ml kaltes Wasser oder Eiswürfel
  • 1 gehäufter TL getrocknete Chiliflocken (zum Variieren, nach Geschmack)
  • 3 m Bratwurstdarm vom Metzger (fertig vorbereitet, 18 - 21mm)

Zubereitung:

  1. Das Fleisch waschen und trockentupfen. In etwa 1 - 2 cm große Würfel schneiden und in eine Schüssel geben.
  2. Knoblauch und Zwiebeln schälen und in kleine Würfel schneiden oder hacken. Die Zwiebelwürfel in wenig Öl anbraten und zusammen mit dem Knoblauch zum Fleisch geben.
  3. Die Fenchelsamen ganz zusammen mit Salz, Pfeffer, Nelken, Zimt, Zucker und den abgezupften Majoranblättchen zum Fleisch geben. Mit Wasser und dem Zitronensaft übergießen und gut vermischen.
  4. Das Fleisch 15 min durchziehen lassen und dann im Foodprocessor oder Fleischwolf auf langsamer Stufe fein hacken. Es dürfen aber ruhig noch Fleischstückchen von einigen Millimetern Größe drin sein. Die Maschine nicht zu schnell laufen lassen, damit sich das Brät nicht erwärmt und verfestigt, und gegebenenfalls die Fleischmenge in zwei Portionen teilen, falls die Maschine zu klein für alles auf einmal ist.
  5. Für Variationen: Von der Fülle etwas Masse abnehmen und mit Chiliflocken für mehr Schärfe verkneten.
  6. Den Darm auf einen großen Trichter auffädeln, bis nur noch ein kurzes Stück von einigen Zentimetern Länge übrig ist. Das Ende des Darmes verknoten. Wenn der Anfang nicht auffindbar ist, den Darm in eine große Schüssel mit kaltem Wasser geben und dort entwirren. So ein Bratwurstdarm ist ziemlich stabil und zäh, also keine Angst bei der Handhabung!
  7. Oben in den Trichter die Fülle geben und je nach Trichtergröße mit dem Stiel eines Kochlöffels oder dem Daumen nachstopfen. Dabei den Darm mit dem kleinen Finger festhalten und umklammern, damit er nicht zu schnell nachrutscht und dann nur sehr wenig gefüllt wird. Ggf. kann eine zweite Person mit Daumen und Zeigefinger die Füllung etwas herunterstreichen und alle 15 - 20 cm eine Wurst abdrehen. Den Darm dabei aber nicht zu fest füllen, damit er beim Grillen später nicht platzt.
  8. Die Würste im Kühlschrank einige Stunden durchziehen lassen, dann auf dem Holzkohlengrill bei nicht zu großer Hitze goldbraun grillen oder in der Pfanne braten.

 

Servieren:

Beim Grillen am besten mit Brot und Salat, aber auch gerne mit allem, was man bei uns zur Bratwurst isst.

 

Tipps:

  • Das Schwierigste an diesem einfachen Gericht ist das Füllen der Wurst. Es gibt dafür teure Geräte, aber wir bekommen es mit einem einfachen Trichter auch ziemlich gut hin. Es ist also nicht unbedingt nötig hier viel Geld auszugeben, vor allem wenn man nur gelegentlich Wurst selber macht.
  • Ihr könnt nach Belieben auch etwas vom Wasser durch Rot- oder Weißwein ersetzen.
  • Die Wurst lässt sich noch beliebig weiter verfeinern und variieren: Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Muskatnuss, Koriandergrün, gewürfelter Gemüsefenchel, Rosmarin, Trüffel - was immer Ihr wollt! Auch in Italien hat wahrscheinlich jeder sein Spezialrezept. 

Guten Appetit!


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