Kirschlikör & eingelegte Kirschen mit Zimt

Ein süßer und fruchtiger Likör aus Sauerkirschen ist einfach zubereitet und ein schönes Andenken an den Sommer, wenn bald wieder die kalten Winde übers Land fegen.

Kirschmarmelade hatten wir ja vor einigen Wochen schon gekocht, und am selben Wochenende wollten wir damals auch noch Kirschlikör herstellen. Schwierig ist das nicht, denn im Stile eines "Aufgesetzten" aus Früchten, Alkohol und Zucker ist so ein Likör denkbar einfach zubereitet. Dann musste er zwar noch viele Wochen durchziehen, aber wir hatten ihn ja auch für die kälteren Tage des Jahres gemacht.

Da nach der Ziehzeit die Früchte zwar viel Aroma an den Schnaps abgegeben, andererseits aber auch selbst viel Alkohol und Zucker aufgenommen haben, haben wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und die eingelegten Früchte selbst auch noch verwertet. Deshalb kamen nur schöne Früchte in den Topf und wir haben sie vorher auch noch entsteint. Und natürlich haben wir wieder Sauerkirschen für den Likör genommen, weil die viel mehr Kirscharoma mitbringen, und als Gewürz dazu passend Zimt. So haben wir jetzt schöne eingelegte Kirschen und Likör für den Winter!

Rezept "Kirschlikör & eingelegte Kirschen mit Zimt"

Zutaten:

  • 700 g Sauerkirschen
  • 0,7 L Schnaps, mindestens 37% (Wodka, Korn, Kirschwasser, Rum, ...)
  • 1 große oder 2 kleine Zimtstangen
  • 2 Gewürznelken
  • 200 g Zucker

Zubereitung:

  1. Die Kirschen entstielen und verlesen - nur einwandfreie Früchte verwenden, faulige oder merkwürdige aussortieren. Dann die Kirschen abbrausen, trockenschwenken und entsteinen.
  2. In einem großen lebensmittelechten Gefäß (Glas, Keramik, Eimer aus PP oder PE) die Kirschen mit dem Alkohol übergießen und die Zimtstange und die Nelken hinzugeben. 
  3. Nach 2 Tagen Ziehzeit den Zucker unterrühren. An einem dunklen Ort mindestens 6 Wochen durchziehen lassen und gelegentlich umrühren oder das Gefäß leicht schütteln.
  4. Danach Likör und Kirschen probieren und ggf. mit noch etwas Zucker nachsüßen. Die Kirschen mit Likör bedeckt in Einmach- oder Marmeladengläser geben, den Rest des Likörs filtern und in schöne Flaschen abfüllen.

 

Tipps:

  • In manchen Rezepten wird empfohlen einige Kirschkerne zu zerschlagen und in den Liköraufsatz mit hineinzutun. Das gibt zwar sicher einen netten Bittermandelgeschmack, allerdings enthalten die Samen von allen Steinfrüchten und anderen Rosengewächsen (z.B. auch Äpfel) Blausäure in Form von cyanogenen Glykosiden, wie z.B. Amygdalin. Über die direkte Giftigkeit hinaus wandeln sich diese Substanzen in krebserregendes Ethylcarbamat um, welches sich so in beträchtlichen Dosen in Obstbränden oder Likören anreichert. Also: besser keine Kerne kaputtschlagen und hineintun. Unversehrte Kerne sollten dagegen kein Problem sein.
  • Es wird im Internet trefflich darüber gestritten, ob man angesetzte Liköre im Hellen oder im Dunkeln ziehen lassen sollte, oder an einem warmen oder kalten Platz. Aus physikalischer Sicht denke ich, dass das Licht nicht viel Unterschied macht, die Wärme hingegen schon: bei höheren Temperaturen ist die Diffusion von Stoffen ineinander viel schneller, weswegen die Früchte auch schneller Aromastoffe abgeben und Zucker und Alkohol aufnehmen. Das Licht hingegen zerstört höchstens Aromastoffe, sonst hilft es nichts. Also wäre ein dunkles warmes Plätzchen ideal (sachlich fundierter Widerspruch jederzeit willkommen ...).
  • Schöne Gläser (auch für Marmelade) und Flaschen bekommt man gut im Internet zu kaufen, zum Beispiel beim Flaschenland.

Viel Spaß mit diesem schönen Likör!


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