Bánh bèo / gedämpfte Reismehl-Küchlein mit Krabben- & Zwiebelfüllung

In Vietnam gibt es viele Küchlein aus Reismehl, die meist ein Bánh im Namen tragen. Diese hier werden in kleinen Porzellanschüsselchen gedämpft und pikant mit Krabben und Lauchzwiebeln belegt.

Bánh bèo als besondere Spezialität kommen aus Mittelvietnam und hier speziell aus Huế. Allerdings sind es keine Sattmacher, sondern eher kleine Snacks für zwischendurch.

Der sehr dünnflüssige Teig besteht aus Reis- und ein wenig Tapiokamehl und relativ viel Wasser. Während des Dämpfens wird der Teig fest und bekommt in der Mitte eine kleine Vertiefung. Die Dampfküchlein werden mit Zwiebelöl bestrichen, damit sie nicht zusammenkleben und mit gebratenen Lauchzwiebeln und Krabben belegt, und dann mit einer angemachten Fischsoße gegessen. 

In Vietnam werden gerne zu den Bánh bèo auch noch ein paar kleine Bánh ít trần gegessen, sozusagen als Auflockerung für Zwischendurch und auch, weil beide im Dampftopf gegart werden und nur mit Fischsoße richtig zu genießen sind.

Rezept "Bánh bèo / gedämpfte Reismehl-Küchlein mit Krabben- & Zwiebelfüllung"

Zutaten:

für den Teig:

  • 400g Mehlmischung für Bánh cuốn (ersatzweise 360g Reismehl und 40g Tapiokamehl)
  • 1 TL Salz
  • 900ml kaltes Wasser
  • 10 - 15 kleine flache Porzellanschüsselchen mit Außendurchmesser 7 cm, aus dem Asialaden

 

für den Belag:

  • 1 Bund Lauchzwiebeln
  • 50ml Pflanzenöl
  • 350g Krabben (tiefgefroren, am besten ohne Kopf & mit Schale)
  • 1 EL Fischsoße
  • Pfeffer
  • 1 Prise Zucker

 

für die Fischsoße:

  • 250 ml Wasser
  • 100 ml Fischsoße (Nước mắm)
  • Saft einer Zitrone
  • 4 gehäufte TL Zucker
  • 1 rote Chilischote (nach Geschmack)

Zubereitung:

  1. Die Krabben schälen und ggf. den Kopf entfernen, dann einschneiden und den Darm herausholen. Mit Fischsoße, Pfeffer und Zucker würzen, dann in etwas Öl in einer Pfanne anbraten, bis sie gar sind und alles Wasser verdampft ist.
  2. Die Krabben in den Mörser geben und mit dem Stößel sorgfältig zerdrücken, bis nur noch kleine Stückchen übrig sind.
  3. Zurück in die Pfanne geben und bei geringer Hitze die Krabbenstücke trocknen, bis sie goldbraun und knusprig sind.
  4. Die Lauchzwiebeln waschen und den Wurzelansatz abschneiden, dann in 5 mm dicke Röllchen schneiden. In einer Pfanne großzügig Öl erhitzen und die Lauchzwiebelröllchen hineingeben. Sofort die Hitze reduzieren und die Zwiebeln und das heiße Öl vermischen. Nach wenigen Augenblicken vom Herd nehmen, denn die Zwiebeln garen sehr rasch und sie sollen ihre schöne grüne Farbe nicht verlieren.
  5. Wasser, Fischsoße, Zitronensaft und Zucker in eine Schüssel geben. Knoblauch ganz fein hacken und dazugeben. Alles vermischen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Nach Geschmack kann man noch die in feine Streifen geschnittene Chilischote hinzugeben. 
  6. Die Mehlmischung und das Salz in eine Rührschüssel geben und mit dem kalten Wasser übergießen. Mit einem Schneebesen sorgfältig verrühren, bis keine Klümpchen mehr darin sind.
  7. In einem großen Dampftopf Wasser erhitzen und die kleinen Schüsselchen auf den Dämpfeinsatz stellen. 2-3 Minuten bei geschlossenem Deckel dämpfen lassen, damit die Schüsseln heiß werden. Dann etwa 1 cm hoch Teig in jede der Schüsseln gießen (am besten mit einer Schöpfkelle) und den Deckel des Dampftopfes schließen. Ca. 5 min. dämpfen lassen, bis die Reisküchlein gar sind. Sie sind dann etwas durchsichtig und haben keinen undurchsichtig weißen Kern mehr in der Mitte.
  8. Die Küchlein aus den Schüsseln nehmen und auf einen mit Zwiebelöl bestrichenen Teller legen. Mit einem Pinsel die Oberfläche ebenfalls mit Öl einpinseln und dann ein kleines Häufchen gebratene Lauchzwiebeln und Krabbenstückchen in die Mitte legen. Auf diese Weise alle Bánh bèo dämpfen und füllen.

 

Servieren:

Eine normale Portion besteht aus 5 oder 6 Bánh bèo, die in einer Schüssel angerichtet und dann mit Fischsoße übergossen werden. So ist es ein kleines Gericht für Zwischendurch oder eine schöne Vorspeise. In Vietnam würde man sie zum Frühstück essen, oder als Snack am Nachmittag.

 

Tipps:

  • Neben Lauchzwiebeln und Krabben sind in Vietnam als Belag auch noch Bohnenpaste aus Mungbohnen und kross gebratene Stückchen von Schweinebauch üblich. Beides haben wir bereits in unserem Rezept für Bánh ít trần vorgestellt.

Guten Appetit!


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Kommentare: 2
  • #1

    2 Vietnamesen (Sonntag, 28 Dezember 2014)

    Banh beo, so wie im Rezept empfohlen, aus der Banh cuon Fertigmehlmischung zu machen, hat nicht geklappt. Hat viel zu elastisch geschmeckt. Anscheinend ist in der Fertigmischung zuviel Tapioka.

  • #2

    Holger Kierey (Sonntag, 25 Januar 2015 18:06)

    Hallo ihr 2 Vietnamesen,
    welche Sorte Banh cuon-Mischung habt Ihr denn genommen? Wir nehmen meist die von Vinh Thuan (Bild in unserem Rezept Banh cuon). Ist natürlich ein Stück weit auch Geschmackssache, wie zäh es sein soll, aber sehr zäh mögen wir auch nicht.

    Viele Grüße,
    Holger

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