Bánh Xu Xê / grüne Tapioka-Küchlein gefüllt mit Bohnenpüree und Kokosstreifen

Hier nochmal ein schönes Rezept für vietnamesische süße Bánh aus Tapiokamehl und mit einer Füllung von pürierten Mungbohnen mit dem Fleisch junger Kokosnüsse.

Der mit Pandan-Extrakt grün gefärbte Teig ist (wie immer bei Tapiokamehl) etwas zäh und durchsichtig. Er wird mit Streifen von jungem Kokosfleisch versetzt, welches man aber nicht mit den bei uns in der Weihnachtsbäckerei üblichen getrockneten Kokosraspeln verwechseln sollte.

Die Füllung hingegen hat Konsistenz und Geschmack irgendwo in der Mitte zwischen Marzipan und Vanillepudding und wird aus den kleinen gelben Mungbohnen gekocht. Deren Keimlinge sind die bei uns oft und fälschlicherweise als Sojasprossen bezeichneten Mungbohnensprossen.

In Vietnam werden diese Bánh oft und gerne zu Hochzeiten als Dessert serviert, vermutlich auch weil sie übersetzt den Namen "Ehemann- & Ehefrau-Kuchen" tragen. Sie sind von den Zutaten her ähnlich zu Bánh Da Lợn, allerdings unserer Ansicht nach noch etwas komplizierter herzustellen als diese. Dafür sehen sie auch hübsch aus. Wir haben Teile des Rezepts von Helen von DanangCuisine.com und auch von der Seite RunAwayRice.com übernommen und nach unserem Geschmack die Mengen angepasst. 

Rezept "Bánh Xu Xê / grüne Tapioka-Küchlein gefüllt mit Bohnenpüree und Kokosstreifen"

Zutaten:

für die Füllung:

  • 100g getrocknete und halbierte Mungbohnenkerne
  • 1 TL Pflanzenöl
  • 50g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1/3 TL Salz
  • 30g junges Kokosfleisch (tiefgefroren aus dem Asiamarkt)

 

für den grünen Teig:

  • 40g Pandanblätter
  • 100 ml Wasser
  • 250g Tapiokamehl
  • 400 ml kaltes Wasser
  • 90 g Zucker
  • 1 EL Pflanzenöl
  • 40g junges Kokosfleisch (tiefgefroren aus dem Asiamarkt)
  • 50g Sesamsamen

Zubereitung:

  1. Die Mungbohnen in kaltem Wasser waschen und einige Stunden einweichen lassen. Das Kokosfleisch auftauen lassen.
  2. Die Bohnen mit nur wenig Wasser bedeckt in einem Reiskocher mit Antihaft-Beschichtung gar kochen lassen. Sie sollen hinterher sehr trocken sein, also nicht zuviel Wasser nehmen! Allerdings brennen sie auch leicht an - also gelegentlich umrühren und ggf. noch etwas Wasser nachgießen und einige Minuten nachkochen, wenn sie noch hart sind, aber der Kocher schon ausschaltet.
  3. Die Bohnen in einen Rührbecher geben und das Pflanzenöl hinzutun, dann mit dem Pürierstab sorgfältig pürieren. Zucker, Vanillezucker, Salz und die Kokosschnitzel hinzugeben und verrühren, dann mit eingeölten Händen kleine Bällchen von etwa 1 - 2 cm Durchmesser daraus formen (je nach Größe der Formen, siehe Punkt 8).
  4. Die Pandanblätter waschen und grob zerschneiden. In einem Messbecher zusammen mit 100ml Wasser sorgfältig und fein pürieren, bis das Wasser tiefgrün gefärbt ist. Die feingemahlene Blättermasse ausdrücken und wegwerfen. Das Pandanwasser durch ein sehr feines Sieb und einen Kaffeefilter oder ein Baumwolltuch filtrieren, damit verbleibende Blätterreste beseitigt werden.
  5. Das Tapiokamehl in einem Topf mit dem Zucker vermischen, Öl und das Pandanwasser hinzugeben, sowie soviel zusätzliches Wasser, dass insgesamt 1/2 L Wasser zusammenkommt. Sorgfältig und langsam verrühren, bis alle Tapiokaklümpchen beseitigt sind.
  6. Jetzt wird's schwierig: Den Topf bei mittlerer Hitze auf den Herd geben und unter ständigem Rühren erhitzen, bis der dünnflüssige Teig unten am Topf anfängt zu stocken. Topf vom Herd nehmen und weiterrühren, solange bis der Teig dickflüssig wird. Er soll aber nicht durchsichtig werden, denn dann ist er so zäh, dass man ihn nicht mehr in die Förmchen bekommt. Oben in unseren Bildern ist er schon deutlich zu zäh!
  7. Die Kokosschnitzel hinzugeben und unterheben.
  8. Einen großen Dampftopf bereitstellen und viele kleine Keramik- oder Silikonschüsselchen als Förmchen hineintun. 5cm Durchmesser wäre optimal.
  9. Schüsselchen mit Öl auspinseln und 1 - 2 TL des grünen Teiges hineingeben. Ggf. mit 2 Löffelchen arbeiten, um den Teig gut zu verteilen. Eine Kugel der Füllung darauflegen und nochmals mit 1 - 2 TL Teig abdecken. 
  10. Die Bánh Xu Xê etwa 15min dämpfen. Danach die Schüsselchen aus dem Topf herausholen und abkühlen lassen.
  11. Die Sesamsamen in einer trockenen Pfanne anrösten, bis sie hellbraun sind. Abkühlen lassen.
  12. Die Bánh Xu Xê aus den Förmchen herausholen und mit Hilfe eines Stücks Plastikfolie in Form bringen, falls sie dabei etwas leiden sollten oder irgendwo ein Stück Füllung herausschaut. Auf eine Seite eine Prise Sesamsamen verteilen und andrücken. Anschließend in ein neues Stück Folie eng einwickeln, sodass kleine rechteckige Päckchen dabei herauskommen. Fertig!

 

Servieren:

Am besten Zwischendurch als Snack für den kleinen Hunger oder statt Kuchen am Nachmittag zum Tee.

 

Tipps:

  • Statt der Pandanblätter kann man auch grünen Pandan-Extrakt benutzen. Da ist aber viel Farbstoff drin, was das Aussehen des grünen Teiges manchmal Neon-grün verändert.
  • Ihr könnt auch ein komplettes Paket Pandanblätter (meist 100g) zusammen mit 250 ml Wasser pürieren, und dann die Hälfte des selbstgemachten Extraktes einfrieren für Bánh Da Lợn, Bánh bò nướng oder auch ein Pandan- Kokosmilch-Brot.
  • Die grüne Schicht muss ein wenig durchsichtig und zäh sein, wenn sie gar ist. Das ist die besondere Eigenschaft des Tapiokamehls, welches den grünen Teig bindet.
  • Ihr könnt die Küchlein in der Folie einige Tage aufbewahren. 

 Guten Appetit!


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